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Die Cloud zwischen Skepsis und Realität

Die Cloud zwischen Skepsis und Realität

Interview mit Marco Stepka: „Die Cloud ist gekommen, um zu bleiben“

Cloud, S/4HANA, Business AI – kaum ein Thema prägt die SAP-Community derzeit so stark wie die Frage nach dem richtigen Weg in die Cloud. Spätestens mit der konsequenten Cloud-first-Strategie von SAP stehen viele Unternehmen vor grundlegenden Entscheidungen: Public, Private oder Hybrid? Wie viel Standardisierung ist sinnvoll? Und wie lassen sich Innovationsdruck, Datensouveränität und bestehende Systemlandschaften miteinander in Einklang bringen?

Auf der vergangenen DSAG-Jahrestagung in Bremen wurde deutlich: Die Cloud ist kein Zukunftsthema mehr, sondern gelebte Realität – allerdings eine, die kritisch hinterfragt wird. Im Interview spricht Marco Stepka über die aktuellen Diskussionen rund um Cloud-Strategien, RISE und GROW with SAP, die Rolle von Business AI sowie über die Herausforderungen einer ganzheitlichen Transformation. Er erklärt, warum es weniger um ein Ob als um ein Wie geht – und warum Transparenz und eine klare Strategie heute entscheidender sind denn je.

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Auf der vergangenen DSAG-Jahrestagung in Bremen war die Cloud eines der dominierenden Themen – viele Stimmen waren durchaus kritisch. Wie bewerten Sie die Diskussion?

Die Skepsis ist absolut nachvollziehbar. Gerade in Deutschland und Europa gibt es ein starkes Bewusstsein für Datensouveränität, Sicherheit und Unabhängigkeit. Deshalb sind viele Unternehmen noch zurückhaltend, wenn es um die Public Cloud geht. Aber es ist spannend zu sehen, dass mit Initiativen wie GAIA-X und europäischen Hyperscaler-Angeboten eine neue Qualität in die Diskussion kommt. Eine lokale oder souveräne Cloud kann für viele Kunden der entscheidende Faktor sein, um Vertrauen zu gewinnen.

Viele SAP-Bestandskunden empfinden die Cloud-first-Strategie als Druck. Innovationen gibt es nur noch in der Cloud, On-Premise wird teurer. Ist das ein Zwang?

Das Gefühl teilen viele. SAP geht hier sehr konsequent vor: Wer Innovation will, muss in die Cloud. Aber SAP steht damit nicht allein – Microsoft, Salesforce, Oracle, alle fahren Cloud-first. Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen sich mit der Cloud befassen müssen, sondern wann und wie. Entscheidend ist, den Weg selbstbestimmt zu gestalten und nicht nur auf äußeren Druck zu reagieren.

Kritiker sagen, komplexe SAP-Landschaften lassen sich nicht so einfach in die Cloud heben. Sehen Sie das ähnlich?

Teilweise ja. Es gibt Szenarien, in denen On-Premise heute noch die bessere Lösung ist – etwa bei sehr individuellen Eigenentwicklungen oder besonderen regulatorischen Anforderungen. Deshalb sehen wir aktuell viele hybride Modelle: Teile in der Cloud, Teile lokal. Diese Ansätze geben Unternehmen Flexibilität und reduzieren Risiken. Gleichzeitig muss man ehrlich sagen: Die großen Software-Vendoren investieren ihre Innovationsbudgets fast ausschließlich in die Cloud. Langfristig führt kein Weg daran vorbei.

Cloud-Migration wird oft nur als rein technisches Projekt gesehen

Die Transformation in die Cloud ist allerdings weit mehr als ein technischer Systemwechsel. Sie betrifft Prozesse, Rollen, Betriebsmodelle und letztlich auch die Unternehmenskultur. Unternehmen müssen sich fragen: Wie standardisiert wollen wir arbeiten? Wie schnell wollen wir Innovationen nutzen? Und wie verändern sich Governance und Verantwortung in einem Cloud-Betrieb? Wer diese Fragen früh klärt, tut sich bei der Migration deutlich leichter.

Wie beurteilen Sie die Rolle von Business AI in RISE, GROW und der Public Cloud?

SAP hat in den letzten Monaten sehr klar gemacht, dass generative KI und der Copilot Joule fest in seine Cloud-Angebote integriert werden. So erhalten inzwischen alle RISE-with-SAP-Kunden Zugriff auf Joule, der direkt in SAP S/4HANA Cloud Private Edition eingebunden ist. Parallel dazu ist Joule auch in der Public-Cloud-Edition von S/4HANA verfügbar – etwa im neuen GROW-with-SAP-Ansatz für kleinere Unternehmen. Das bedeutet: Wer heute etwa ins RISE-Premium-Paket einsteigt oder GROW nutzt, bekommt KI-gestützte Assistenten quasi automatisch dazu. Praktisch heißt das, dass Routineaufgaben und Navigation mit natürlicher Sprache erledigt werden können. SAP verspricht, Prozesse zu beschleunigen und Fehler zu reduzieren, weil das System den jeweiligen Kontext und die SAP-Daten kennt.

Welche Rolle spielen dabei Werkzeuge und Produkte, die den Transformationsprozess unterstützen?

Eine sehr große. Cloud-Transformation und insbesondere der Wechsel nach SAP S/4HANA sind komplexe Vorhaben. Genau hier setzen Lösungen wie unser eigenes Produkt UBOTT an. UBOTT unterstützt Unternehmen dabei, ihre bestehende SAP-Landschaft strukturiert zu analysieren, Transformationspfade zu bewerten und Risiken frühzeitig transparent zu machen. Gerade im Kontext von S/4HANA- und Cloud-Transformation hilft das, faktenbasierte Entscheidungen zu treffen und die Migration planbar und kontrollierbar zu gestalten – unabhängig davon, ob das Ziel eine Private Cloud, Public Cloud oder ein hybrides Szenario ist.

Was sollten SAP-Verantwortliche jetzt konkret tun?

Wichtig ist, aktiv zu werden. Cloud-Migration ist kein Thema, das man beliebig lange aufschieben kann. Wer früh startet, hat Gestaltungsspielraum und kann die Chancen nutzen: Skalierbarkeit, Innovationsgeschwindigkeit, schnellere Updates. Wer wartet, wird irgendwann vom Support-Ende oder steigenden Kosten getrieben. Mein Rat ist: Eine klare Transformationsstrategie entwickeln, sich ehrlich mit der eigenen Systemlandschaft auseinandersetzen und geeignete Werkzeuge einsetzen, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Persönliches Fazit

Die kritische Haltung bleibt – und das ist auch richtig so. Gleichzeitig zeigt die Diskussion über europäische Cloud-Modelle, mehr Souveränität und hybride Szenarien, dass wir in eine neue Phase eintreten. Die Cloud ist gekommen, um zu bleiben. Jetzt geht es darum, sie nach unseren europäischen Maßstäben zu gestalten und die Transformation aktiv und souverän zu steuern.

Die Cloud ist gekommen, um zu bleiben – die Frage ist nur: Wie gestalten Sie Ihren Weg? Lassen Sie uns gemeinsam über Ihre SAP- und Cloud-Transformation sprechen.

Marco Stepka

Leiter Business Development UNIORG Cloud Services

Telefon: +49 231 9497-0